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  MISSION&VISION

Das Weiblichkeiten-Museum FEMINITÉ auf St. Pauli  wurde 2020 gegründet, um der Geschichte, Kunst und Kultur von Weiblichkeit und der sich in ihr verortenden Menschen auf St. Pauli und ihrer Emanzipationsbewegungen Rechnung zu tragen. Es gibt Weiblichkeit und Menschen, die sich ihr zugehörig fühlen, ihrer Historie, ihren Geschichten, künstlerischen Werken, Lebenszeugnissen und Bewegungsdokumenten einen Lebens-und Erinnerungsort.

Seit Jahrhunderten tickt St. Pauli rund um den Hamburger Berg anders: Als ‚Große Freiheit‘ für verschiedene Religionen und für Menschen aller Länder, als freizügiger Ort für Lust und Freude, bietet St. Pauli den unterschiedlichsten Menschen  ihren Träumen und Hoffnungen einen Ort. Dass hier auch soziale Experimente probiert werden, ist nur logisch: von den Hausbesetzungen zu Park Fiction, von Kunstkommunen zu Urban Gardening- St. Pauli wird als Experimentierfeld für soziale und künstlerische Utopien genutzt. 

St. Pauli ist Ort sexueller und geschlechtlicher Emanzipation. Gleichzeitig ist die Reeperbahn das Sinnbild der Kommerzialisierung von Lust, Begehren, dem weiblichen Körper. Weiblichkeiten sind hier sowohl ausgebeutete Objekte als auch selbstbewusste Akteur:innen in der Sex-Industrie. 

Der Kiez ist der Raum von Macher:innen und Inspirationsgeber:innen für Lebenskonzepte und soziale Utopien, von Kämpfer:innen gegen die Nazis oder politischen Aktivist:innen. Weiblichkeit auf St. Pauli ist einfach anders, hat automatisch einen anderen Bedeutungsraum und wird besonders gelebt.

 

Wir stellen Strukturen und Praxen des FEMINITÉ zur Verfügung, so dass sich alle Menschen eingeladen fühlen, Teil des FEMINITÉ zu werden – als Besucher:innen, Kooperationspartner:innen, Gestalter:innen. Wir arbeiten dezidiert interdisziplinär, intersektional und wissensdemokratisch. Das bedeutet: Alle Arten von Zeugnissen, von Geschichte(n) der Weiblichkeiten werden gesammelt und alle Wissensformen –künstlerische, aktivistische, alltagspraktische oder wissenschaftliche – als wertvoll angesehen.

Ästhetischen Verfahren und künstlerischer Arbeit kommen dabei als Praxis der Verunsicherung und der Utopie eine besondere Bedeutung zu. Gewachsen aus den Erfahrungen der Macher:innen ist das Museum ein zivilgesellschaftliches Projekt. Die Vielzahl der unterschiedlichen Erfahrungen und Interessen, die sich im Museum artikulieren, sind Basis für einen kollektiven Raum, in dem über Geschichte aktiv nachgedacht und Zukunft gestaltet wird.